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Wie werden Auffälligkeiten bei Amplituden- oder Dauermessungen im EKG beurteilt?
Messungen der Amplitude oder Dauer eines EKGs sind entscheidend für die Bestimmung der normalen Herzfunktion. Diese Messungen geben Aufschluss darüber, ob die elektrische Aktivität des Herzmuskels richtig geleitet wird und ob der Herzrhythmus regelmäßig ist. P-Welle, QRS-Komplex, PR-Intervall, QT-Intervall und ST-Segment sind die Hauptkomponenten dieser Bewertung.
1. P-Welle
• Breite (Dauer):
• Hunde: Maximal 0,04 Sekunden (2 kleine Quadrate). Maximal 0,05 Sekunden (2,5 kleine Quadrate) für große Rassen.
• Katzen: Maximal 0,04 Sekunden (2 kleine Frames).
• Höhe:
• Hunde: Maximal 0,4 mV (4 kleine Quadrate).
• Katzen: Maximal 0,2 mV (2 kleine Quadrate).
Ungewöhnliche Situationen:
• Erweiterte P-Welle, normalerweise verbunden mit einer Vergrößerung des linken Vorhofs (P mitrale).
• Eine hohe P-Welle (erhöhte Amplitude) kann auf eine Vergrößerung des rechten Vorhofs (P pulmonale) hindeuten.
2. PR-Intervall
• Definition: Es handelt sich um die Zeit vom Beginn der P-Welle bis zum Beginn des QRS-Komplexes. Es bezieht sich auf die elektrische Leitungszeit von den Vorhöfen zu den Ventrikeln.
• Normalwerte:
• Hunde: 0,06 – 0,13 Sekunden (3 – 6,5 kleine Quadrate).
• Katzen: 0,05 – 0,09 Sekunden (2,5 – 4,5 kleine Quadrate).
Ungewöhnliche Situationen:
• Langes PR-Intervall: Dies kann auf Reizleitungsprobleme wie einen atrioventrikulären (AV-)Block hinweisen.
• Kurzes PR-Intervall: Es kann bei Erkrankungen wie dem WPW-Syndrom (Wolff-Parkinson-White-Syndrom) auftreten.
3. QRS-Komplex
• Breite (Dauer):
• Hunde: Bei kleinen Rassen beträgt das Maximum 0,05 Sekunden (2,5 kleine Quadrate). Bei großen Rassen beträgt das Maximum 0,06 Sekunden (3 kleine Quadrate).
• Katzen: Maximal 0,04 Sekunden (2 kleine Frames).
• Höhe:
• Hunde: Höhe der R-Welle: Maximal 2,5 mV (25 kleine Quadrate) bei kleinen Rassen, maximal 3,0 mV (30 kleine Quadrate) bei großen Rassen.
• Katzen: Höhe der R-Welle: Maximal 0,9 mV (9 kleine Quadrate).
Ungewöhnliche Situationen:
• Breiter QRS-Komplex: Es kann auf einen Schenkelblock (rechts oder links), eine ventrikuläre Tachykardie oder eine ventrikuläre Hypertrophie hinweisen.
• Schmaler QRS-Komplex: Bezieht sich normalerweise auf Rhythmen supraventrikulären Ursprungs (z. B. Sinusrhythmus oder Vorhoftachykardie).
4. QT-Intervall
• Definition: Es handelt sich um die Zeit vom Beginn des QRS-Komplexes bis zum Ende der T-Welle. Sie stellt die Depolarisations- und Repolarisationszeit der Ventrikel dar.
• Normalwerte:
• Hunde: 0,15 – 0,25 Sekunden (7,5 – 12,5 kleine Quadrate).
• Katzen: 0,12 – 0,18 Sekunden (6 – 9 kleine Quadrate).
Ungewöhnliche Situationen:
• Langes QT-Intervall: Kann mit Elektrolytstörungen (z. B. Hypokalzämie oder Hypokaliämie), Hypothyreose oder Arzneimittelwirkungen verbunden sein.
• Kurzes QT-Intervall: Es kann aufgrund einer Hyperkalzämie auftreten.
5. ST-Segment
• Definition: Es handelt sich um die gerade Linie vom Ende des QRS-Komplexes bis zum Beginn der T-Welle. Dieses Segment stellt die kurze Ruhephase der Ventrikel nach der Repolarisation dar.
• Normalwerte:
• Hunde: Es sollte keine ST-Strecken-Senkung vorhanden sein (nicht mehr als 0,2 mV oder 2 kleine Quadrate).
• Katzen: Es sollte keine ST-Strecken-Hebung vorliegen (nicht mehr als 0,15 mV oder 1,5 kleine Quadrate).
Ungewöhnliche Situationen:
• ST-Strecken-Hebung: Kann auf einen Herzinfarkt, eine Perikarditis oder eine Hyperkaliämie hinweisen.
• ST-Strecken-Senkung: Kann mit Myokardischämie oder ventrikulärer Überlastung verbunden sein.
6. T-Welle
• Definition: Es stellt die Repolarisation der Ventrikel dar.
• Normalwerte:
• Hunde: Er kann positiv, negativ oder biphasisch sein. Die Amplitude sollte ein Viertel des QRS-Komplexes nicht überschreiten.
• Katzen: Es kann normalerweise positiv, negativ oder zweiphasig sein. Maximale Amplitude: 0,3 mV (3 kleine Quadrate).
Ungewöhnliche Situationen:
• Hohe T-Welle: Eine Hyperkaliämie kann auf eine ventrikuläre Hypertrophie oder Myokardischämie hindeuten.
• Flache oder negative T-Welle: Kann auf Elektrolytstörungen oder Herzmuskelprobleme hinweisen.
Welche Einschränkungen gibt es bei der Verwendung der Elektrokardiographie (EKG)?
Ein EKG ist eine effektive Methode zur Bestimmung von Herzrhythmus und Herzfrequenz. Allerdings:
• Seine Empfindlichkeit ist begrenzt: Sie ist weniger sensitiv als die Echokardiographie, insbesondere bei der Erkennung struktureller Veränderungen wie einer Vergrößerung des Herzmuskels.
• Vorteil: Es ist ein schnelles und effektives Instrument zur Beurteilung von Arrhythmien, Reizleitungsstörungen und ventrikulärer Hypertrophie.
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„Das Kennzeichen eines gebildeten Geistes ist die Fähigkeit, eine Idee zu prüfen, ohne sie zu akzeptieren.“
Aristoteles